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Die fliegende Intensivstation

(von Peter Sitar) "Wie im Bezirk Jennersdorf ein vollbesetzter Kleinbus mit einem Pkw zusammenstieß und es acht Verletzte gab – das sind Einsätze die bleiben haften.“ Das erklärt Capitän Friedrich Wallner, langjähriger Stützpunktleiter des ÖAMTC Rettungshubschraubers „Christophorus 16“, in Oberwart. Und der erfahrene Berufspilot könnte viele Geschichten erzählen, feierte man Ende Juli doch den 10.000 Einsatz des Notarzthubschraubers. 

 Beim prima! Lokalaugenschein gab es eine Alarmierung für den C 16. Über Lautsprecher wird die Crew am Stützpunkt von der Einsatzleitung der Landessicherheitszentrale über Einsatzort und Einsatzart informiert. Hoch professionell, aber ohne Hektik, schnappen sich Pilot, Notarzt und Rettungssanitäter ihre Ausrüstung und begeben sich zur gelben, fliegenden Intensivstation. Während der Pilot die Motoren startet und der Arzt seinen Platz einnimmt, überprüft von außen der Sanitäter, ob alles um den Hubschrauber frei ist. Nach dem Daumenhoch, springt er in die Maschine und der C 16 startet zum Einsatz.

Ein Prozedere, das sich im Sommer bis zu zehnmal täglich wiederholt. Geflogen wird so lange es hell ist. Und der C 16 ist aus dem Rettungssystem der Region nicht mehr wegzudenken. Dabei gab es am Anfang einige Skeptiker, die den Bedarf bezweifelten. Was sich allerdings rasch änderte. Denn gerade in den südlichen Bezirken ist der Helikopter oft gegenüber bodengebundenen Rettungskräften klar im Vorteil. „Unser Ziel ist es, in spätestens 13 Minuten in der Region beim Patienten zu sein“, formuliert Friedrich Wallner. Aber der Hubschrauber fliegt nicht nur im Burgenland Einsätze. Auch die Oststeiermark und auch das südliche Niederösterreich werden bei Bedarf mitversorgt. „Da kann es schon passieren, dass wir bei 30 Grad in Oberwart starten und einen Verletzten bei Minusgraden von der Rax holen“, schildert der Pilot und Stützpunktleiter.

Die Entscheidung, welches Rettungsmittel schließlich zum Einsatz kommt, treffen die Disponenten in der Landessicherheitszentrale, wo die Notrufe landen. Nach einem ausgeklügelten System wird dann die Rettungskette ausgelöst. Das kann von einem First Responder über einen praktischen Arzt, Rettung, Notarztwagen bis hin zum Hubschrauber sein.

In Oberwart gibt es das Notarzt-Hubschrauber-System seit 2004. Begonnen hat alles mit der ARA 4, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Flugrettungswacht. Im Mai 2005 übernahm der ÖAMTC den Standort und die Flugrettung. Stationiert war die ursprünglich am Gelände des Fleckviehzuchtverbandes. Rasch wurde der Probebetrieb in einen regulären übernommen. 2006 wurde der heutige Stützpunkt in der Nähe des Kraftwerkes fertiggestellt und seither ist Friedrich Wallner auch Stützpunkt-Leiter. Stark engagiert für das Flugrettungssystem hat sich der damalige Gesundheits-Landesrat Peter Rezar. Im Vorjahr wurde ein neuer Zehnjahresvertrag zwischen der ÖAMTC-Flugrettung und dem Land verlängert.

Eine Sorge gibt es beim Christophorus 16 nicht – Nachwuchs. Vor Kurzem wurden Sanitäter-Posten ausgeschrieben. Knapp 40 Bewerber meldeten sich. Alle hochqualifiziert, wie man am Stützpunkt weiß. Im Endeffekt konnten sich zwei Kandidaten über einen neuen Aufgabenbereich freuen.

Das Einsatzspektrum der C 16 Crew ist ein vielfältiges: 40 Prozent sind internistische Notfälle, 14,5 neurologische, rund zehn Prozent sind Verkehrsunfälle.

Das Fliegen macht Capitän Friedrich Wallner noch immer viel Freude. Und der Berufspilot weiß, dass der Luftraum im Einsatzgebiet ein sehr anspruchsvoller sein kann: „Im Sommer stellen uns Unwetter und Hagel immer wieder vor Probleme, im Winter ist es oft der Nebel“. Und es ist auch schon vorgekommen, dass bei einem Einsatz wegen rapider Wetterverschlechterung der Heli am Einsatzort am Boden festsaß und Wallner bis zum nächsten Tag warten musste, bis das Wetter wieder besser wurde. Aber das erschüttert einen Profi nicht.

Foto: Friedrich Wallner (59) ist Berufspilot. Er hat bereits 14.000 Flugstunden absolviert.

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